Du hast dich fürs Akkordeon entschieden? Dann kommt gleich die nächste Frage, die viele unterschätzen: Tasten oder Knöpfe. Ich kenne beide Seiten – angefangen habe ich auf dem Piano-Akkordeon mit seiner Klaviertastatur und bin später zum chromatischen Knopfakkordeon im C-Griff gewechselt. Bereut habe ich das nie.
Der Unterschied in einem Satz
Beim Piano-Akkordeon spielt die rechte Hand auf einer Klaviertastatur, beim Knopfakkordeon auf chromatischen Knopfreihen (ich empfehle den C-Griff). Die linke Hand funktioniert bei beiden gleich – der Unterschied sitzt rechts.
Warum ich zum Knopfakkordeon gewechselt bin
Vier Dinge haben für mich den Ausschlag gegeben.
Das erste ist das Griffmuster. Die Knopfanordnung ist isometrisch: Eine Tonleiter, ein Akkord hat in jeder Tonart dieselbe Form. Du lernst das Muster einmal und verschiebst nur die Hand. Auf einer Klaviertastatur – auch der des Piano-Akkordeons – liegt jede Tonart anders, du lernst also für dieselbe Sache viele verschiedene Formen.
Dann der Gleichlauf: Im C-Griff mit Melodiebass teilen sich beide Hände dieselbe Logik und dieselben Fingersätze und entwickeln sich gemeinsam statt getrennt.
Dazu kommt, dass es ein einziges System ist. Das Piano-Akkordeon verlangt im Grunde zwei bis drei nebeneinander – Klaviertastatur rechts, Standardbass links, bei Konvertern noch den Melodiebass. Das C-Griff-Knopfakkordeon mit Melodiebass hängt dagegen logisch zusammen.
Und schließlich ist das Instrument kompakter: Auf demselben Raum liegen mehr Töne, es spielt sich handlicher.
Der Haken daran? Das Knopffeld wirkt anfangs weniger vertraut, die ersten Töne brauchen etwas Orientierung. Im Unterricht fange ich das ab – nach ein paar Wochen fragst du dich, was daran ungewohnt war, und der Vorteil bleibt dir danach erhalten.
„Aber das Piano-Akkordeon ist doch vertrauter?”
Stimmt, wenn du schon Klavier spielst, fühlt sich die rechte Hand zuerst bekannt an. Nur nimmst du damit die „jede Tonart liegt anders”-Hürde der Tastatur mit ins Akkordeon, und der Gleichlauf beider Hände fehlt dir. Kurzfristig hilft die Vertrautheit also – für alles danach spielt das Knopfsystem seinen Vorteil aus.
Meine Empfehlung
Für fast alle empfehle ich das chromatische Knopfakkordeon im C-Griff mit Melodiebass. Dorthin führe ich meine Schülerinnen und Schüler. Wer sich bewusst fürs Piano-Akkordeon entscheidet, den unterrichte ich genauso – am Ende entscheidest du. Wie das im Unterricht aussieht, steht auf der Seite zum Akkordeonunterricht in Hannover.
Welches konkrete Instrument du kaufen oder mieten solltest, liest du im Beitrag Welches Akkordeon für Anfänger?.