Ratgeber · Akkordeon

Welches Akkordeon für Anfänger?

Warum ich Anfängern das chromatische Knopfakkordeon im C-Griff mit Melodiebass empfehle.

Wenn mich jemand fragt, womit er anfangen soll, fällt meine Antwort fast immer gleich aus: chromatisches Knopfakkordeon, C-Griff, dazu Melodiebass (Free-Bass). Das überrascht viele – beim Wort „Akkordeon” denken die meisten an die Klaviertastatur des Piano-Akkordeons. Warum ich trotzdem lieber zu den Knöpfen rate, hat mit der rechten und der linken Hand zu tun. Sehen wir uns beide einzeln an.

Die rechte Hand: Piano, B-Griff oder C-Griff?

Für die rechte Hand gibt es drei gängige Systeme:

  • Piano-Akkordeon – die vertraute Klaviertastatur.
  • Knopfakkordeon im B-Griff – chromatische Knopfreihen, verbreitet vor allem in Osteuropa.
  • Knopfakkordeon im C-Griff – ebenfalls chromatische Knopfreihen, und mein Favorit.

Der C-Griff hat einen Vorteil, der sich mit den Jahren immer stärker auszahlt: seine isometrische Anordnung. Eine Tonleiter, ein Akkord – das Griffmuster bleibt in jeder Tonart dasselbe. Du lernst es ein einziges Mal und trägst es überallhin. Je weiter du kommst, desto deutlicher merkst du, wie sehr dir das die Technik erleichtert.

Dazu kommt die linke Hand. Mit Melodiebass laufen im C-Griff beide Hände parallel, gleiche Richtung, gleiche Fingersätze, und entwickeln sich gemeinsam. Beim B-Griff bewegen sie sich gegenläufig. Und auf dem Piano-Akkordeon hast du im Grunde zwei bis drei Systeme nebeneinander: Klaviertastatur rechts, Standardbass links, bei Konvertern noch den Melodiebass obendrauf. (Mehr dazu im Beitrag Piano-Akkordeon oder Knopfakkordeon?.)

Und der Einstieg – ist der nicht schwerer? Am Anfang wirkt das Knopffeld ungewohnt, keine Frage: mehr Knöpfe, weniger sichtbar als eine Klaviatur, die ersten Töne brauchen etwas Orientierung. Aber genau da hilft der Unterricht. Diese Phase ist rasch vorbei, und danach spielt es sich auf dem C-Griff eher entspannter.

Die linke Hand: Melodiebass oder Standardbass?

Bei der linken Hand wird oft schon die entscheidende Weiche falsch gestellt. Ich beginne mit meinen Schülern von Anfang an auf dem Melodiebass.

  • Melodiebass (Free-Bass): Die Linke spiegelt die Rechte – einzelne Töne, dieselbe Anordnung. Beide Hände wachsen gleichwertig, und dir steht das gesamte Repertoire offen, von Klassik bis zu zeitgenössischer Musik und Tango.
  • Standardbass (Stradella): Ein Knopf, ein fertiger Akkord. Bequem, aber eng – du bist an die vorgegebenen Akkorde gebunden, und die linke Hand bleibt technisch unselbständig. Dazunehmen lässt er sich später jederzeit.

Deshalb fangen wir mit dem Melodiebass an. Den Standardbass ergänzt man bei Bedarf hinterher; umgekehrt ist der Weg deutlich mühsamer.

Welches Instrument soll ich kaufen oder mieten?

  • Reiner Melodiebass oder Konverter? Die kleineren Instrumente sind meist reine Melodiebass-Modelle, die größeren fast immer Konverter mit Umschalter zwischen Standard- und Melodiebass. Was passt, entscheidet vor allem deine Körpergröße.
  • Marken: An erster Stelle steht für mich Pigini. Bugari, Borsini und Scandalli bauen ebenfalls gute Instrumente.
  • Neu, gebraucht oder mieten? Neu sind gute Instrumente teuer, deshalb rate ich zu gebraucht oder zur Miete. Nur ist der Gebrauchtmarkt für chromatische Melodiebass-Instrumente unübersichtlich: passende Stücke sind selten und für Laien kaum zu beurteilen. Ich schaue mit meinen Schülern gemeinsam, damit aus der Anschaffung kein teurer Fehlgriff wird.

Kinder und alle, die noch nicht wissen, ob sie dabeibleiben, mieten am besten erst einmal. Das nimmt den Druck und hält alle Türen offen.

Wenn du gleich loslegen willst: In meinem Akkordeonunterricht in Hannover fangen wir von Anfang an auf dem chromatischen Knopfakkordeon an, Instrumentenwahl inklusive. Was der Unterricht kostet, steht offen bei den Preisen und Paketen.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

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In meinem Musikstudio in Hannover berate ich dich auch bei der Instrumentenwahl. Probier das Akkordeon ganz unverbindlich aus.

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